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Papierkunst
Papier ist ein Stoff, dem ein Umwandlungsprozess innewohnt. Der gewachsenen Faserverband der Pflanze wird aufgelöst, um sich im Medium Wasser über das Schöpfen neu zu formieren. Zudem hat Papier einen kulturellen Evolutionsprozess erfahren, der mit kaum einem anderen Material vergleichbar ist. Einst ein hoch geschätzter Stoff, über den Kultur entwickelt, vermittelt und vor allem verbreitet wurde, ist es heute ein Massenprodukt, dessen Wert vorwiegend nach seinem Nutzen bemessen wird. Elektronische Medien haben seine traditionelle Aufgabe in Frage gestellt. Für mich ist gerade diese Entwicklung Anlass mich mit der stofflichen und ästhetischen Seite des Papiers zu beschäftigen, es zu seinen Ursprüngen zurückzuverfolgen.

Für die meisten meiner Arbeiten verwende ich Pflanzen, die ich in der näheren Umgebung meines Wohnortes sammele, so z. B. verschiedene Gräser oder Walnussblätter. Auch verwende ich häufig die Fasern der Rinde des Maulbeerbaumes, die man allgemein als Bestandteil von Japanpapier kennt. Alle Pflanzen müssen in verschiedenen Schritten aufbereitet werden, um aus ihnen Papier zu gewinnen. So ist es von Anfang an möglich, Einfluss auf Beschaffenheit und Qualität meines Gestaltungsmaterials zu nehmen.

Der Arbeitprozess beginnt mit dem Auswählen und Sammeln. Auf stundenlanges Kochen in Lauge folgt die mechanische oder manuelle Zerkleinerung. Der entstandene Faserbrei, in Wasser verteilt, ist dann der Rohstoff für alle Schöpfungen.